Mittellatein in Erlangen. Text, Schrift, Kommunikation

 

 

Latein ging nicht mit dem Römischen Reich unter, sondern blieb auch noch in dem Jahrtausend danach das wichtigste Kommunikationsmedium der Literatur und der Wissenschaft im Abendland (Mittellatein). Die vermeintlich «tote Sprache» überlebte sogar das Mittelalter und behauptete sich bis in die Neuzeit hinein (Neulatein). Wir beschäftigen uns mit diesem gewaltigen Erbe und seinen Medien in Form von Handschriften und Drucken. Das Fach Mittellatein und Neulatein ist somit Sprach- und Literaturwissenschaft, aber zugleich auch Medien- und Kulturwissenschaft. Es steht im Zentrum der philologischen und historischen Studien über die westliche Kultur seit etwa 500 n.Chr. und ist stark international und interdisziplinär ausgerichtet.

Unser Erlanger Lehrstuhl ist innerhalb der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, aber auch national und international weit vernetzt: Wir sind beteiligt am IZEMIR (Interdisziplinäres Zentrum für Europäische Mittelalter- und Renaissancestudien) sowie an mehreren Studiengängen, wir bieten Leistungsexporte für andere Fächer wie Buchwissenschaft und Germanistik und wir kooperieren mit Institutionen wie der École des Hautes Études en Sciences Sociales (Paris), der Bibliothèque nationale de France oder der Bayerischen Staatsbibliothek München. ERASMUS-Partnerschaften, die unsere Studierenden für Auslandsaufenthalte nutzen, bestehen mit den Universitäten in Barcelona, Bergamo, Brno (Brünn), Olomouc (Olmütz) und Rom.

Dank dieser Vernetzung, der engen Verbindung von Lehre und Forschung, einem günstigen Betreuungsverhältnis sowie einer herausragenden Spezialbibliothek bieten wir in Erlangen ideale Bedingungen für ein Bachelor- bzw. Masterstudium und für die Promotion zum Dr. phil.

Prof. Dr. Michele C. Ferrari

Aktuelle Ankündigungen

Stiftungspreis "XLIX Premio Fundación Uriach"

Zum 49. Mal Stiftungspreis "XLIX Premio Fundación Uriach" für Geschichte der Medizin vergeben

Am 14. Dezember 2018 wurde feierlich der „XLIX Premio Fundación Uriach“ vergeben – eine Auszeichnung für den Fachbereich Geschichte der Medizin, die jährlich von der Stiftung „Fundación Uriach“ ausgelobt wird.

Die Fachjury versammelte sich im katalanischen Privatclub „Círculo Ecuestre de Barcelona“ und setzte sich aus Dr. María José Báguena Cervellera, Dr. Ana Maria Carmona Cornet, Dr. José Danón Bretos und Dr. Anton Erkoreka Barrena zusammen, während Dr. Jon Arrizabalaga Valbuena als Beisitzender fungierte. Zudem wohnten Dr. Juan Uriach, Stiftungspräsident der „Fundación Uriach 1838“, sowie Vizepräsident Javier Uriach Torelló der Veranstaltung bei.

Nach mehreren Ausscheidungsrunden wurden nun die Preisträger des „XLIX Premio Fundación Uriach“ bekanntgegeben, deren Namen nach Öffnen eines versiegelten Umschlags verlautbart wurden. Die Gewinnerarbeit „El sistema hospitalario catalán entre 1880 y 1986: el predominio de lo privado sobre lo público“ (Das katalanische Krankenhaussystem zwischen 1880 und 1986: die Vorherrschaft des privaten über den öffentlichen Raum) wurde von Dr. Jerònia Pons Pons, Professorin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Sevilla sowie Dr. Margarita Vilar-Rodríguez, Professorin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität A Coruña eingereicht.

Den zweiten Preis erhielt die Arbeit „Francisco Bravo, crítica a la tradición médica textual, un caso particular: los días críticos” (Francisco Bravo, Kritik an der medizinischen Texttradition: die kritischen Tage – ein Spezialfall) von Mía Menéndez Motta, die an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen promoviert.

Die Juryentscheidung bildet gleichzeitig den Startschuss für die Ausschreibung des nachfolgenden 50. Stiftungspreises „L Premio Fundación Uriach“ in Geschichte der Medizin. Die Teilnahmebedingungen werden auf der Homepage der Stiftung veröffentlicht.

Pressemitteilung der „Fundación Uriach 1838“, 18. Dezember 2018
Übersetzung aus dem Spanischen: Christine Lauck

Call for Papers

Fabel und Predigt im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit (Erlangen, 15.-16. Mai 2019)

Der Lehrstuhl für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit der FAU organisiert im Mai 2019 eine Internationale Tagung zum Thema "Fabel und Predigt". Fabeln waren in der Vormoderne nicht nur unterhaltende und im Unterricht gut einsetzbare Texte. Ihr belehrender, moralisierender Charakter prädestinierte sie, als Exempla für die Predigt verwendet zu werden. Im Spätmittelalter entstanden auch spezifische Sammlungen dazu. Der Call for Papers richtet sich an junge Wissenschaftler bis 35 Jahren, die die Ergebnisse ihrer Forschungen über lateinische und volkssprachliche Fabeln und ihre Anwendung bis ca.1650 vorstellen möchten. Interessenten sollten einen Lebenslauf und eine kurze Vorstellung ihres Vorhabens bis zum 1. März 2019 einreichen. Die ausgewählten Referenten erhalten einen Pauschale für Reise- und Aufenthaltskosten in Höhe von 160 €.

Bewerbungen mit vollständigem Lebenslauf senden Sie bitte postalisch an:

Prof. Dr. Michele C. Ferrari
Friedrich-Alexander-Universität
Mittellatein und Neulatein
Kochstr. 4/3
91054 Erlangen

oder per E-Mail an Dr. Stefan Weber.


Fables and the Art of Preaching in the Middle Ages and Early Modern Period (Erlangen, 15-16 May 2019)

The Department of Latin Philology in the Middle Ages and Modern Period at FAU is organizing an international conference in May 2019 on the theme of Fables and Preaching. In the premodern period, fables were not only texts used for entertainment and in classrooms. Their edifying, moralizing character predisposed them for use as exempla in preaching. In the late Middle Ages specific collections were even created for this purpose. This Call for Papers is directed at young scholars up to the age of 35, who would like to present the results of their research on Latin and vernacular fables and their use up to c. 1650. Interested individuals should submit a curriculum vitae and a short proposal by 1 March 2019. Selected speakers will receive a fixed sum of 160 euros for the costs of travel and accommodation.

Please send your application including full CV by post to:

Prof. Dr. Michele C. Ferrari
Friedrich-Alexander-Universität
Mittellatein und Neulatein
Kochstr. 4/3
91054 Erlangen

or by e-mail to Dr. Stefan Weber.

Neuerscheinung: Europa 1215

Europa 1215. Politik, Kultur und Literatur zur Zeit des IV. Laterankonzils. Herausgegeben von Michele C. Ferrari, Klaus Herbers und Christiane Witthöft unter Mitarbeit von Harriet Ziegler und Steve Riedl, (Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte 79), Köln: Böhlau.